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EditorialGeschwindigkeitvon Torsten Förster„Hast Du nicht etwas Schnelleres?“ fragte unsere Grafikerin den Sohn der Nachbarn vor dem Monitor – auf der Suche nach Bildmotiven für diese Ausgabe von betonprisma. Sie stellte sich etwas mit Rennautos oder rasenden Flugobjekten vor. Zugleich etwas „Spaciges“ mit „Online-Ästhetik“. Und wenn der Nachbarsjunge doch sowieso die Zeit in der Welt der PC- und Online-Spiele verbringt, dann sollte diese spezielle Bildrecherche vielleicht mit seiner Hilfe schneller möglich sein. Nahezu jeder beschäftigt sich heute mit digitalisierten Welten. Fast immer hat das auch mit Geschwindigkeit zu tun – bei Hard- und Software mit Rechenleistung, Touch-Screens oder Short-Cuts. Vor allem aber soll die Datenübertragung rasend schnell sein. Der Ausbau der Breitbandnetze ist schon lange Thema der Bundesregierung. Nicht nur dafür sind nach wie vor „reale“ Anstrengungen nötig: Kraftwerke und Leitungen, allein um unsere elektronischen Helferlein mit Strom zu versorgen, brauchen wir auch. Und Fabriken, um all die Geräte zu bauen. Häfen, Bahnstrecken und Straßen sind nötig, damit sie von dort auf unsere Schreibtische oder den Caféhaustisch kommen können. Nur: In unserem modernen Leben bewegen wir uns nicht allein virtuell. Es hat immer (noch) viel mit Mobilität und Ortsveränderungen zu tun. Wir sind es gewohnt, schnell weit weg sein zu können oder zu müssen. Mit dem, was darüber gedacht und dafür gebaut werden muss, beschäftigt sich dieses Heft: den „Orten der Geschwindigkeit“. Wir wollen nicht nur wissen, wie und was dafür gebaut wird, sondern auch, wie Architektur, Stadt und Landschaft von „Geschwindigkeit“ beeinflusst werden. Befragt haben wir dazu den französischen Philosophen und Urbanisten Paul Virilio; zurzeit wohl – soweit sich so etwas bemessen lässt – größter Denker zu diesem Thema. Das Heft beschäftigt sich auch damit, welche Rolle Beton bei den „Orten der Geschwindigkeit“ spielt. Denn die meisten Infrastrukturbauten kommen ohne diesen Baustoff nicht aus, versuchen wir doch Bahnhöfe, Flughäfen oder Tunnel möglichst für die Ewigkeit zu bauen. Oft prägen diese Bauwerke unsere Städte und Gemeinden oder zumindest große Teile davon. Alltäglich werden sie von vielen Menschen frequentiert. Natürlich müssen sie gut funktionieren. Umso besser, wenn sie auch noch schön sind und wir uns darin wohl fühlen. Großen Dank an Architekten und Ingenieure, wenn dies gelingt. |


