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EditorialOrte des Wissens und der Bildung
Mit diesen Worten wandte sich 1965 in der ersten Ausgabe von betonprisma der Herausgeber an seine Leser. Seither berichtete die Zeitschrift regelmäßig über aktuelle Bauten aus Beton, vornehmlich über die Ergebnisse des Architekturpreises Beton. Nun gilt in Umkehrung zu obigem Zitat aber auch, dass „unsere Zeit“ Architektur und Ingenieurkunst verändert. Im stetigen Wandel begriffen ist ferner die Art und Weise, wie wir miteinander über Architektur kommunizieren. Die Internetseite architekturpreisbeton.de informiert inzwischen tagesaktuell, über die für das Jahr 2008 prämierten Objekte. Nach vielen Jahren großer Kontinuität hat sich daher auch die Zeitschrift betonprisma verändert: Obwohl sich alle Beiträge nach wie vor mit Beton beschäftigen, möchten wir uns verstärkt den Fragen nach dem „Warum“ und dem „Wie“ des Bauens widmen: Welche Aufgabenstellungen und Prozesse führen – neben der komplexen entwurflichen Leistung der Architekten – dazu, dass Bauwerke so aussehen, wie sie eben aussehen? Wie denken die Personen, die darauf Einfluss haben? Und wie nehmen Menschen, die diese Gebäude nutzen, diese wahr? Im Mittelpunkt des aktuellen Heftes stehen Bildungsbauten. Schulen, Gymnasien, Universitäten –Orte des Wissens und der Bildung. In ihnen wird gelernt, gelehrt und natürlich auch gelebt. Für uns alle sind oder waren sie wichtige, oft langjährige Stationen unseres Lebens. Prägen Sie uns? Trägt ihre Qualität dazu bei, dass wir „besser lernen“, dass wir „mehr wissen“? Können Gebäude überhaupt auf unser Denken Einfluss nehmen? Wir wollten wissen, wie sich die Gebäude „anfühlen“, wie sie von Schülern, Studenten und Lehrern wahrgenommen werden. Und natürlich hat uns auch interessiert, welchen Beitrag das Material Beton dazu leistet. Dass der technische Fortschritt das Gesicht der architektonischen und Ingenieurtechnischen Schöpfungen wandelt gilt dabei heute genau wie 1965. Doch die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten ist seither stetig gewachsen. Als formbarster und zugleich massivster aller Baustoffe wird Beton auch zukünftig eine zentrale Rolle im Baugeschehen einnehmen. Grund genug, sich mit diesem Werkstoff und seinen Anwendungen zu beschäftigen. Torsten Förster |


